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                                    Und der Span bricht dochInternationale Regularien begrenzen die Bleianteile in Kupferlegierungen. Das ist gut f%u00fcr Gesundheit und Natur, stellt Hersteller und Zerspaner aber vor gro%u00dfe %u2013 oder vielleicht besser lange %u2013 Herausforderungen. Denn ohne Blei in der Legierung bilden sich oft ellenlange Sp%u00e4ne. Zusammen mit Experten der Wieland Gruppe haben sich die Werkzeugspezialisten von ISCAR des Themas angenommen. Im TechCenter in Ettlingen erarbeiteten sie gemeinsam eine breite Palette an Bohrern, Fr%u00e4sern, Dreh- und Stechwerkzeugen, mit denen sich bleifreies Messing problemlos zerspanen l%u00e4sst.%u201eWir wechselten deshalb auf weniger scharfe Stahlgeometrien mit Schutzfase. Das hat dann prima geklappt.%u201c1820 aus einer Glockengie%u00dferei in Ulm hervorgegangen, ist die Wieland Gruppe heute ein international agierender Anbieter von Kupferlegierungen, Halbfabrikaten aus Kupfer sowie von Komponenten- und Systeml%u00f6sungen.Mit einem globalen Netz von mehr als 80 Produktionsst%u00e4tten, Service- und Handelsh%u00e4usern sowie rund 10.000 Mitarbeitenden bietet das Unternehmen ein breites Produkt-, Technologie- und Serviceportfolio. Vom Prototyp bis zur Serienfertigung entwickelt Wieland L%u00f6sungen unter anderem f%u00fcr die Automotive-, Luft- und Raumfahrt-, Elektronik-, K%u00e4lte- und Klimatechnik-Branche.REACH Annex 17, RoHS, DWD und ELV %u2013 zahlreiche internationale Regularien begrenzen den Bleigehalt in Kupferlegierungen. Bislang eingesetzte und bew%u00e4hrte Werkstoffe sind damit auf lange Sicht nur noch bedingt nutzbar. Deshalb hat Wieland mit der ecoline-Serie eine Familie an bleifreien Produkten entwickelt, die diese ersetzen sollen. Doch deren Zerspanung stellt neue Anforderungen, denn Blei verleiht in den bleihaltigen Messing-Legierungen spezifische Eigenschaften, verbessert zum Beispiel ihre Zerspanbarkeit und die Werkzeugstandzeit.Geringer Bleigehalt %u2013 gro%u00dfe Herausforderungen Industriell wichtige Zerspanungsmessinge enthalten beispielsweise zwischen 0,5 und 3,5 Prozent Blei in kleinen Partikeln als Spanbrecher. Das Element liegt im Materialgef%u00fcge in fein dispersen Partikeln vor. Je mehr Blei enthalten ist, umso besser l%u00e4sst sich der Werkstoff bearbeiten. Blei sorgt f%u00fcr eine gewisse Schmierung beim Zerspanen und f%u00fcr kurze Sp%u00e4ne. %u201eDie Herausforderung besteht darin, diese Charakteristika auch bei Bleifreiheit sicherzustellen%u201c, erkl%u00e4rt Angelos Tanios, Prozessingenieur bei Wieland. Um diese Eigenschaften im bleifreien Messing verf%u00fcgbar zu machen, setzt Wieland bei seinen ecoline-Legierungen, wie zum Beispiel eco SZ3, Silizium und Phosphor ein. Die sich bildenden Phosphide sind in der Legierung %u00e4hnlich wie Bleipartikel verteilt und dienen als Sollbruchstellen f%u00fcr die Sp%u00e4ne. Damit erreichen die neuen Werkstoffe eine sehr gute Zerspanbarkeit.SHORTCUTAUFGABE: Zerspanen von bleifreiem Messing auf Lang- und Kurzdrehern L%u00d6SUNG: Bohrer, Fr%u00e4ser, Dreh- und Stechwerkzeuge von ISCAR NUTZEN: Sehr guter Spanbruch, Prozesssicherheit i54
                                
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